zum Inhalt springen

Forschung aktuell

<

Kolloquium: „Tod im Rheinland. Aktuelle Forschungen“ vom 29.11. – 30.11.2019 am Archäologischen Institut der Universität zu Köln, Archäologe der Römischen Provinzen

Mit weit über 60 Teilnehmer*innen fand am ersten Adventswochenende in den Räumen des Archäologischen Instituts ein überaus erfolgreiches Kolloquium statt. Eine Publikation der Beiträge ist geplant

Abschlussrunde des Kolloquiums am Samstag, den 29.11.2019

Die Teilnehmer des Kolloquiums bei der Führung über den Melatenfriedhof

Am Lehrstuhl für die Archäologie der Römischen Provinzen an der Universität zu Köln sind derzeit zahlreiche Doktor- und Masterarbeiten zum Bestattungswesen im römischen Rheinland und dessen Nachbarregionen entweder gerade erfolgreich abgeschlossen worden oder befinden sich in der Arbeit. Zur Unterstützung des universitären Nachwuchses fassten wir im Frühsommer 2019 den Beschluss, im Rahmen eines kleinen Kolloquiums einen aktuellen fachlichen Überblick zu erhalten. Deshalb wurden ergänzend zu den Arbeiten aus dem eigenen Hause gezielt Forscherinnen und Forscher angefragt, ob sie bereit wären, bei dem Kolloquium dabei zu sein. Als geographische Achse unserer Planungen diente hier vor allem der Rhein vom Alpenvorland bis in die Niederlande. Das Echo zu unseren Anfragen war äußerst positiv und so verschickten wir in Ergänzung weitere Einladungen sowohl in das direkte rheinische Umfeld von Köln (Xanten, LVR-Rheinland, Köln) als auch in anschließende Regionen (Niederlande, Koblenz und Moseltal). Gegen alle Erwartungen hatten wir ein hervorragendes Echo und waren so in der Lage, an zwei Tagen (29./30.11.) insgesamt 17 Beiträge mit einer Zuhörerschaft von mehr als 65 Teilnehmer*innen aus den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Österreich und der Schweiz zu hören. Als besonders positiv ist herauszuheben, dass neben den auswärtigen Beiträgen insgesamt fünf Absolventen*innen des eigenen Fachs ihre Forschungen erläutert haben.

Die Inhalte des Kolloquiums waren von einer großen thematischen Vielfalt und einem interdisziplinären Ansatz geprägt. Ein Hauptthema bildeten die kaiserzeitlichen Brandbestattungen; Körpergräber waren nur in seltenen Fällen von Bedeutung. Es wurden Überblicke zu vollständigen Gräberfeldern (Nijmegen, CUT-Xanten, Nida Heddernheim, Augusta Raurica, Carnuntiner Hinterland, Sursee-CH) geboten. Ein besonderer Schwerpunkt bildete hierbei eine umfassende Diskussion zur Problematik der Bewältigung großer Datenmengen. Die vorgestellten Abschlussarbeiten der Archäologie der Römischen Provinzen widmeten sich mehrheitlich der Vorlage kleinerer Gräbergruppen bzw. einzelnen Gräbern, die deshalb ausführlicher und intensiver im Detail präsentiert werden konnten. Als weiterer thematischer Block gab es Vorträge aus dem Bereich der Archäobiologie (Archäozoologie, Archäobotanik) und zu ausgewählten Fundgruppen (Metallgefäße, Schuhe). Den Abschluss des Kolloquiums bildete ein Vortrag zu der derzeit interessantesten Grabanlage Kölns, dem Römergrab in Köln Weiden.

Als Fazit zum Kolloquium können wir ganz klar festhalten, dass die Erforschung von Bestattungen und Bestattungssitten der römischen Kaiserzeit noch lange nicht zu einem Ende gekommen ist und dass diese Forschungen immer dann am besten vorankommen, wenn sie im beständigen Austausch bzw. im offenen und interdisziplinären Dialog angegangen werden.

Das Kolloquium fand in den Räumlichkeiten des Archäologischen Instituts statt und hat organisatorische hervorragend geklappt. Diese ist nicht zuletzt der Verdienst zahlreicher studentischer Hilfskräfte, durch deren Unterstützung wir für alle Teilnehmer*innen immer genug Essen und Trinken (insbesondere Kaffee) zur Verfügung stellen konnten. Alle Gäste waren zufrieden und insbesondere die abschließende Führung (FF Stadtführungen) über den Melatenfriedhof der Stadt zu Köln am Samstagnachmittag hat allen Teilnehmenden völlig neue Perspektiven in der Auseinandersetzung mit dem Tod jenseits der römischen Kaiserzeit vor Augen geführt.

Die Ergebnisse der Tagung sollen publiziert werden; die Publikation ist für 2020 voraussichtlich in digitaler Form geplant.

Organisatoren: Prof. Dr. Eckhard Deschler-Erb und Clarissa Agricola (Archäologie der Römischen Provinzen)

Studentische Helfer: Maruschka Jansen, Aleksandra Kruglova, Burcu Sen, Wolf Robert Spitzbarth, Sophie von Prónay