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Forschung aktuell

Die befestigte späteisenzeitliche Flachlandsiedlung von Kerpen-Manheim. Das Rheinland am Übergang von der Präh- zur Historie

Die befestigte späteisenzeitliche Flachland-Siedlung von Kerpen-Manheim im Manheimer Erbwald (BM 153) konnte bisher nur in kleinen Teilen ergraben werden. Da durch den voranschreitenden Braunkohle-Tagebau bis 2022 der totale Verlust dieser Anlage bevorsteht, ist eine vollständige Erforschung dringlichst geboten.

Dank einer Finanzierung durch die „Stiftung Archäologie im Rheinischen Braunkohlerevier“ kann ab September 2020 die umfassende Ausgrabung bzw. Erforschung des Erdwerks von Kerpen-Manheim angegangen werden.

Seit dem 07. September geht es nun endlich in die Praxis. Unter der Leitung von Stephanie Braun und Stefan Pircher vor Ort graben sich 14 Studierende des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln durch die steinharte Erde im Gebiet Kerpen-Manheim (HA 2020/22). Dabei konnte bereits der in etwa 2,50 m breite Außengraben eines Erdwerks auf einer Strecke von ca. 10 m archäologisch untersucht werden. Für viele der Studentinnen und Studenten handelt es sich um die ersten Erfahrungswerte im Bereich der Feldarchäologie. Neben den erschwerten Bodenbedingungen wird strikt darauf geachtet, eine Corona-gerechte Grabung durchzuführen: Ausreichende Verwendung von Desinfektionsmittel, Arbeiten in angemessenem Sicherheitsabstand und die Anwendung von personalisiertem Toilettenpapier stehen dabei an der Tagesordnung.

In der dritten Grabungswoche werden wir den Graben fertig ausnehmen und uns den Strukturen zuwenden, die bereits jetzt im Inneren der Sieldung im Boden als dunkle Verfärbungen zu erkennen geben. Darüber hinaus werden wir mit dem Waschen und Inventarisieren der Funde beginnen; einige Keramikscherben konnten immerhin bereits geborgen werden.

 

Verantwortlich: Prof. Dr. Eckhard Deschler-Erb

Koordination: Ing. Stefan Pircher MAStephanie Braun M.Sc.

Kooperationspartner: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland / Außenstelle Titz (Dr. Udo Geilenbrügge / Dr. Martin Grünewald)

Förderung: Stiftung Archäologie im Rheinischen Braunkohlerevier (2020, geplant bis 2022)

Publikationen zur Fundstelle

  • Grünewald i.Vorb.: M. Grünewald, Die befestigte Flachland-Großsiedlung von Kerpen-Manheim (Rhein-Erft-Kreis). In: Steve Bödecker, Eva Cott, Marion Brüggler, Eckhard-Deschler-Erb, Martin Grünewald, Sabine Hornung, Jennifer Morscheiser, Petra Tutlies (Hrsg.) Spätlatènezeitliche und frühkaiserzeitliche Archäologie zwischen Maas und Rhein. Beiträge zur Transformation von Landschaft und Gesellschaft. Materialien zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 28 (Bonn i.Vorb.)
  • Grünewald / Haarich 2018: M. Grünewald / H. Haarich, Die befestigte latènezeitliche Flachland-Großsiedlung von Kerpen-Manheim. Archäologie im Rheinland 2017, 2018, 75-77.