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Forschung aktuell

Antike Skulpturen in Mantua: Dokumentationsarbeiten im Depot des Palazzo Ducale

Vom 08. bis 21. November 2021 fand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes „Die antiken Skulpturen der Collezione Gonzaga im Palazzo Ducale in Mantua. Erschließung und Neuuntersuchung einer der größten Sammlungen in Norditalien“ die zweite Kampagne in diesem Jahr statt, deren Durchführung ebenfalls durch die Gerda Henkel Stiftung unterstützt wurde. Hierbei sind vom Team des Forschungsarchivs für Antike Plastik fast 80 Objekte des Magazins fotografiert und dokumentiert worden.

Während der Arbeiten des Forschungsarchivs in Mantua im vorherigen Jahr wurden die Skulpturen im Depot des Palazzo Ducale besichtigt, die zu diesem Zeitpunkt meist unrestauriert und in einem verunreinigten Zustand waren. In der einjährigen pandemiebedingten Pause konnten diese Objekte von den Museumsrestaurator*innen gesäubert und entsprechend für die geplante Dokumentationskampagne vorbereitet werden. Die Arbeit konzentrierte sich dieses Mal besonders auf kleinere Skulpturen und Fragmente. Darunter befanden sich viele antike und neuzeitliche Hände, Füße und Arme, aber auch einige römische und pseudo-antike Porträts sowie Fragmente von Idealskulptur. Auffällig waren ferner neuzeitliche Werkstücke, die sich zum Teil in einem unfertigen Zustand befinden und möglicherweise als Übungsstücke anzusprechen sind.

Die Kampagne wurde in zwei Stationen aufgeteilt. Auf diesem Weg konnten die Skulpturen fotografiert und im Anschluss dokumentiert werden. Dies ermöglichte eine schnelle und präzise Bearbeitung der Skulpturen. Die Methoden, welche sich in den letzten Kampagnen schon als zielführend erwiesen hatten, konnten auch an diesen Objekten wieder erfolgreich angewendet werden. Mit Hilfe von Mikroskopaufnahmen (Dino-Lite) wurden verschiedene Marmorsorten mit ihren auffälligen Spezifika fotografisch dokumentiert, während Werkzeugspuren, Restaurierungen und der allgemeine Erhaltungszustand neben der schriftlichen Ansprache auch durch digitale Kartierungen detailliert erfasst wurden.

Im Magazin des Palazzos konnten eine Reihe von interessanten Skulpturenfragmenten entdeckt werden, die vermutlich im Laufe der 400-jährigen Sammlungsgeschichte als Anstückungselemente in Verwendung waren. Ebenfalls wird aus der Anzahl der Porträts im Depot, welche zum Teil diverse Umarbeitungsanzeichen vorweisen (wie z.B. ein Bildnis des Augustus), die Notwendigkeit der Aufarbeitung der Sammlung verdeutlicht. Gleichsam bietet es die Chance, die Sammlungsstücke, die in den Museumsräumen nicht öffentlich zugänglich sind, intensiv zu studieren und so neue Erkenntnisse für die gesamte Sammlungsgeschichte der Gonzagas zu erzielen.

Nächstes Jahr soll die Erschließung des Depots fortgeführt und abgeschlossen werden. Des Weiteren können zusätzlich einige Objekte aus dem Museo della Città im Palazzo San Sebastiano und dem Diözesanmuseum Francesco Gonzaga zur Vervollständigung der Sammlung fotografiert und dokumentiert werden.

Kooperationspartner: Complesso Museale di Palazzo Ducale in Mantova, Comune di Mantova

Team: Philipp Groß, Anne Kleineberg, Caterina Parigi, Lisa Schadow, Thoralf Schröder

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft und Gerda Henkel Stiftung