Die diesjährige Forschungskampagne im römischen Micia führte die bereits in den letzten Jahren begonnenen Arbeiten fort. Diese wurden von der nationalen Forschungskommission Rumäniens genehmigt und folgen den Rechtsvorschriften Rumäniens. Zu den Arbeiten innerhalb des Vicus gehörten insbesondere die Erstellung eines stratigraphischen Modells des nordöstlich vom Amphitheater gelegenen Gebäudes Nr. 1. eingenommenen Bereichs, die Identifizierung der römischen Bebauung vor der Zerstörung Micias während der Markomannenkriege, sowie die präzise topographische Vermessung des Gebäudes. Ziel hierbei war außerdem die Identifizierung von verschiedenen Bebauungs- und Nutzungsphasen und die Sammlung von Daten über die Aufgabe des Gebäudes sowie die Nutzung des Areals während und nach der Aufgabe Dakiens im späteren 3. Jh. bis in die frühe Migrationsperiode hinein. In Zukunft sind weitere Kampagnen sowie ein Rekonstruktionsversuch von Kölner Studierenden geplant. Die Ausgrabungen im Kastell untersuchten die im westlichen Lagerbereich gelegenen Baracken. Der Fokus dieser Arbeiten lag in der Erfassung der Mehrphasigkeit dieser Bebauungen. Begleitet wurde die Ausgrabung durch ein umfassendes Kulturaustauschprogramm gefördert durch die Europäische Union.
Die Studierenden unterstützten das Archäologenteam und nahmen an allen archäologischen Arbeiten teil. Die Aktivitäten der deutschen Studierenden konzentrierten sich vor allem auf den südlichen Bereich des Gebäudes Nr. 1., sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. So wurde durch die Arbeit der Studierenden der Innenbereich der erhaltenen Bereiche gereinigt (das Laufniveau, welches der letzten Bauphase des Gebäudes entspricht). Die für den Rekonstruktionsversuch erforderlichen und verfügbaren Daten wurden gesammelt. Die Studierenden nahmen an allen Phasen der Datenerhebung, der Verwaltung und der Registrierung des archäologischen Materials aus der Ausgrabung teil. Im Rahmen der Ausgrabung wurden Workshops zu GPS-Vermessungen, archäologischem Zeichnen und Vorlesungen durchgeführt. Hinzu kam eine Einführung zum Waschen und zur weiteren Bearbeitung der gefundenen Keramik.
Kooperation: Nationalmuseum für die Landesgeschichte Rumäniens (MNIR), Museum für dakische und römische Zivilisationen (MCDR), Universität zu Köln/Archäologie der Römischen Provinzen (Eckhard Deschler-Erb)
Teilnehmende: Mihaela Simion, Decebal Vleja, Marius Barbu, Mihaela-Maria Barbu, Ionuţ Bocan, Cătălina-Mihaela Neagu, Costin Daniel Ţuţuianu, Ioana Barbu, Marius Neculae, Denisa Andrada Pădurean, Petra Savin Sabin, Melania Sabina Badea, Martha Georgiana Balazs, Daniel Cozma, Ioana Elenis Fotache, Dan Victor Laurenţiu, Horia Stefan Mariuţac, Alex Răzvan Obrejan, Carina Oprescu, Tudor Uliţa-Sînjoan (Rumänien), Rebecca Alexandra Bentsch, Oliver Heldt, Sven Klingen, Romina Macht, Julian Rosen, Selin Torun, Heidi Vuchetich (Deutschland), Sofia Debernardi (Italien), Maria Mora Ovalle de Los Angeles (Spanien)
Förderung: Nationalmuseum für die Landesgeschichte Rumäniens, rumänisches Kulturministerium, Europäische Union, Erasmus+, Building Inclusion and Solidarity through Culture and Heritage (internationale Studierende)