Vom 04.08. – 29.08.2025 fand die diesjährige und bereits dritte Kampagne der Lehrgrabung der Archäologie der Römischen Provinzen auf Insula 29 im Archäologischen Park Xanten statt.
Diese wurde erneut in Kooperation mit dem LVR-Archäologischen Park Xanten sowie der Radboud Universität Nijmegen durchgeführt und durch die Cologne Summer School CSS gefördert. Für die nächsten Jahre wird eine Fortsetzung angestrebt.
Die drei Grabungsschnitte konnten im August erfolgreich weiter abgetieft und erforscht werden, wobei erneut die Aus- und Fortbildung der niederländischen und deutschen Studierenden im Fokus stand. Von der korrekten Nutzung der Werkzeuge über verschiedene Dokumentationsmethoden (Fotografie, technische Zeichnung, Vermessung, 3D-Photogrammetrie, Bodenbestimmung, Befundansprache,…) bis hin zur Erstversorgung der zahlreichen Funde (Freilegen, Verzetteln, Säubern, Beschriften, Bestimmen,…) wurde den Studierenden die archäologische Arbeit nähergebracht. Ergänzt wurde das Programm durch Exkursionen nach Nijmegen, den Braunkohleabbau und die LVR-Außenstelle Titz sowie das Thermenmuseum Zülpich.
Die Ausgrabung erbrachte wiederum zahlreiche spannende Befunde. So konnten der bereits im letzten Jahr entdeckte Ofen weiter untersucht und Sedimentproben für archäobotanische Analysen entnommen werden. Auch aus anderen Strukturen, wie beispielsweise einem verbrannten Fußboden, wurden dieses Jahr vermehrt Proben entnommen und von den Studierenden unter Anleitung unmittelbar im APX geschlämmt, getrocknet und unter dem Mikroskop näher betrachtet. Detaillierte Untersuchungen stehen hier noch aus.
Neben den bekannten Fundamenten, die in den Grabungen von 2023-2024 entdeckt wurden, konnten in dieser Kampagne zusätzliche potentielle Mauerausbruchsgräben freigelegt werden, die die mehrphasige Bebauung auf Insula 29 ergänzen.
Zudem wurde der bereits 2024 entdeckte Brandschutthorizont um das Grauwackefundament in Schnitt 0003 weiter erforscht. Darunter fand sich ein verbrannter Fußboden, der von einem verkohlten Brett begrenzt und einem organischen Raumtrenner unterteilt war. Mehrere Pfostenstandspuren und -gruben, die den Fußboden schneiden, stehen möglicherweise mit späteren Holzbauphasen in Zusammenhang. Unter dem Grauwackefundament zeigte sich die Stratigraphie als besonders interessant, da es zum Teil auf einem bereits bestehenden Kiesweg aufgesetzt wurde.
Die Versturzschicht um das Ziegelfundament in Schnitt 0002 konnte dieses Jahr abgebaut werden, wobei die Funktion der daran angesetzten Ziegelkästen noch immer nicht final geklärt ist. Weiterhin trat eine möglicherweise gewerblich genutzte Feuerstelle sowie eine vermutlich mittelalterliche mit Steinen verfüllte Grube auf.
Das Potential für die folgenden Kampagnen ist somit definitiv gegeben.
Ein großer Dank geht zum einen an den Archäologischen Park Xanten und dessen Team für die große Unterstützung und zum anderen an die Cologne Summer School, ohne deren Finanzierung die Durchführung der Grabung so nicht möglich gewesen wäre. Wir freuen uns auf weitere spannende Grabungen und eine anhaltende bereichernde internationale Zusammenarbeit.
Projektleitung: Eckhard Deschler-Erb, Rien Polak, Stephan Mols
Team: Stephanie Lomp (technische Grabungsleitung), Benjamin Sichert (wissenschaftliche Grabungsleitung), Aleksandra Kruglova (Fundbearbeitung)
Teilnehmende: Universität zu Köln: Sophie Freitag (Schnittleitung), Christopher Gentsch (Schnittleitung), Lorenz Schönheit (Schnittleitung), Jonatan Freund (Schnittleitung), Alina Dreßen, Hannah Eiken, Frederik Hans; Radboud Universiteit Nimwegen: Jade Elst, Annemijn Goedhart, Emma van Steen (Fundbearbeitung), Mirijam Rijpma, Chelsea Kerst, Anne Kirkel, Laurens Laarhuis, Tristan Reinhaerdts, Ewout van der Stehen, Rick van der Sterren.
Kooperationen: Archäologischer Park Xanten (Martin Müller, Armin Becker)
Finanzierung: Cologne Summer School CSS
Publikationen: Videobeitrag von VOX (Onafhankelijk magazine van de Radboud Universiteit),